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Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Darmstadt e.V.

    Siebel:
    Armut ist kein Schichtenproblem - Armut verdichtet sich


    Mit großer Sorge verfolgt der AWO Vorsitzende und SPD Landtagsabgeordnete Michael Siebel die aktuelle Diskussion um Armut und deren Bekämpfung.
    "Armut ist nicht nur ein Schichtproblem, sie durchwuchert unsere Stadtgesellschaft wie ein Krebsgeschwür", sagte Siebel heute in Darmstadt.

    Leider lägen für Darmstadt keine konkreten Zahlen vor, doch die bundesweiten Zahlen seien arlamierend: In jedem siebten Kinderzimmer herrscht Armut. Kindern, die arm sind, bleiben zukunftssichernde Bildungswege verschlossen.

    Dreieinhalb Mal so viele arme Kinder wie nicht-arme Kinder wiederholten bereits in der Grundschule eine Klasse. Kinder mit Migrationshintergrund sind davon weitaus häufiger betroffen als solche ohne Migrationshintergrund.
    Kinder in Ein-Eltern-Familien ereilt dieses gleiche Schicksal etwa doppelt so oft wie Kinder in Zwei-Eltern-Familien. Die Wahrscheinlichkeit eines irregulären Schulverlaufs der Kinder steigt außerdem mit der Armutshäufigkeit und Armutsdauer.
    Mehr als jedes dritte Kind (37,5 Prozent), das 1999 und 2003 arm war, "blieb sitzen". Demgegenüber nur 8,5 Prozent der seit 1999 permanent nicht-armen Kinder. Überdies sind die Durchschnittsnoten von armen Kindern, mit Ausnahme von Sport, signifikant schlechter als bei Kindern aus nicht armen Haushalten.

    Deshalb sei es richtig, dass die Ampelkoalition in Darmstadt den Weg für mehr Ganztagsschulen ebnen will. "Nur durch längeres gemeinsames Lernen können die Defizite der benachteiligten Schüler ausgeglichen werden", sagte Siebel.
    Bildung muss von Anfang an und für alle gewährleistet werden.

    Die AWO spricht sich unter anderem dafür aus, den Besuch von Kindertagesstätten beitragsfrei zu gestalten. Ein erster Schritt in diese Richtung sei das jetzt für Hessen beschlossene beitragsfreie letzte Kindergartenjahr.